Schizophrenie im EU-Parlament?

Was lese ich da gerade in der ORF-Futurezone? Das “EU-Parlament warnt vor Data-Mining” und “Die Einrichtung zentraler Datenbanken auf EU-Ebene könne eine mögliche Bedrohung sein (…), zumal die Risiken für Datenunsicherheit und Korruption zunehmen”. Interessant denkt man sich, wenn man das Thema Vorratsdatenspeicherung schon länger verfolgt und es stellen sich plötzlich einige Fragen – eine davon könnte sein:

Wo kommt denn dann die EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung her?

In der betreffenden Richtlinie (2006/24/EG Des europäischen Parlaments und des Rates vom 15. März 2006) steht ja “Das europäische Parlament und der Rat der Europäischen Union (…) haben folgende Richtlinie erlassen” wodurch sich wieder Fragen ergeben – eine davon könnte sein:

Ist Schizophrenie jetzt eine Grundvorraussetzung für einen EU-Parlamentarier?!

Was mir in der Berichterstattung zu dieser Thematik auch aufgefallen ist: Warum schwenken die Medien im Moment vom Begriff “Vorratsdatenspeicherung” auf “Data Retention” um. Data Retention ist vor allem in Österreich wohl weder gebräuchlich noch verständlich wohingegen Vorratsdatenspeicherung schon eher verständlich ist.

Achtung Verschwörungstheorie: Mir scheint es so, als wird versucht, den mittlerweile negativ behafteten, verständlicheren Begriff durch einen für die meisten Menschen nicht direkt aussagekräftigen oder begreifbaren, cooler klingenden Begriff ersetzen zu wollen.

Was es mit Vorratsdatenspeicherung (oder Data Retention) auf sich hat bzw. welche Gefahren davon ausgehen kann man sich zum Beispiel hier ansehen.

4 thoughts on “Schizophrenie im EU-Parlament?”

  1. Lieber Herr Reiner,
    selbstverständlich bin auch ich für einen sprachlichen Umgang der ein Füreinander und Miteinander fördert.
    Meine Lebenserfahrung zeigte mir das der Begriff “Schizophrenie” am besten aufgehoben ist innerhalb des Gesundheitswesen. Darüber hinaus sollte er nicht verwendet werden, da er zu negativ belegt ist. Auf meiner Webseite http://www.denkausbruch.de erkennen Sie mein Menschenbild dazu.

    Bei aller Kritik, Ihre Webseite ist gut gelungen in der Gestaltung.

    Mit freundlichen Grüßen. A. Knoblauch

  2. @David: ja natürlich ist es gut das kritische Stimmen den Weg in die Medien finden, leider viel zu spät. Eine wirksame Aufklärung über das Thema vermisse ich bis heute.

  3. @Hr. Knoblauch: Vielen Dank für den Hinweis. Ich habe das Wort aus seiner Umgangssprachlichen Bedeutung heraus gewählt. Eine klare Abgrenzung ist nach meiner Ansicht immer schwierig, da die meisten Begrifflichkeiten mehrere Bedeutungen in sich vereinen.

    Dass geistige Erkrankungen noch immer sehr negativ im Vergleich zu körperlichen Beschwerden gesehen werden, ist jedenfalls sehr bedauerlich. Hier teile ich Ihre Einschätzung.

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